EnMoms – Die Selbsthilfegruppe

Die erwachsenen Kindern sind ausgezogen  – “das Nest ist leer” – und jetzt?

Endlich sind die Kinder aus dem Haus und gehen ihren Weg. Endlich haben wir Zeit für all die Dinge, die wir ständig verschoben haben. Und so starten nicht wenige von uns in einen neuen Lebensabschnitt, den wir meist sehr genießen. Doch dazu gesellt sich schnell ein anderes Gefühl: Als Mama sind wir unsere Vollzeitstelle los. Und so pendeln wir zwischen großer Freude und Traurigkeit, die manchmal ziemlich einsam seien kann. In der Selbsthilfegruppe wollen wir gemeinsam diesem Thema mit Humor und Lebensfreude begegnen.

Das Empty Nest Syndrom ist wissenschaftlich untersucht und anerkannt, im Diagnoseschlüssel der Ärzte wird es als Anpassungsproblem an die Übergangsphasen im Lebenszyklus beschrieben. Doch was heißt das? Es meint, dass es sich um ein völlig normales Ereignis im Leben handelt. Niemand wird bestreiten, dass es normal ist, wenn Kinder auf eigenen Füßen stehen wollen und irgendwann dann eben auch ausziehen. Hier ist dann aber in der Beurteilung der individuellen Situation großes Feingefühl gefragt, zumal gerade Frauen dazu neigen in diesem Zusammenhang körperliche Beschwerden zu entwickeln. Denn das Empty Nest Syndrom gilt als Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen kann.

Hier finden wir auch schon eine große Gefahr, gerade für Mütter: Frau fühlt sich nicht so gut. In Worte fassen können oder wollen sie meist auch nicht, was sie bedrückt. Bei vielen fällt dieses Ereignis auch in die Zeit der Wechseljahre und so führt viele der Weg in eine Arztpraxis. Da dort sehr oft Zeitmangel herrscht, bekommen nicht wenige eine Schachtel Tabletten.

Hilft das? Ich glaube nur in den seltensten Fällen. In meiner Praxis erlebe ich immer wieder Frauen, denen gar nicht klar ist, dass sie sich in einem neuen Abschnitt in ihrem Lebenszyklus befinden. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt zu Besserung. Eine teure Therapie oder gar Medikamente brauchen dagegen die Allerwenigsten. Vielen Frauen fehlt lediglich eins:
ein geschützter Raum, und – wie zu Zeiten als Frau vom Single zur Mutter wurde – Gleichbetroffene zum Reden, Austauschen und Miteinander sein.
Dabei mangelt es bisher an einem offenen Gesprächsangebot. Dies möchte ich mit der Selbsthilfegruppe „EnMoms“ schaffen.

Und so trifft es sich gut, dass ich seit fast 25 Jahren dem „Eulalia Eigensinn“ treu geblieben bin: Damals als eine der ersten Mütter, die dort eine Krabbelgruppe besuchten; heute im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit und auch privat als Besucherin des Frauen-Frühstücks.
Ich freue mich daher ganz besonders mit Unterstützung der Leiterin des „Eulalia Eigensinn“, Elisabeth Kranz, an diesem Ort die deutschlandweit erste „EnMoms“-Selbsthilfegruppe anbieten zu können.
Wenn das „leere Nest“ auch in Ihrem Leben ein Thema ist, kommen Sie einfach vorbei.
Ich freue mich auf Ihr Kommen!

Die „EnMoms“-Selbsthilfegruppe trifft sich seit März 2013 jeden 1. und 3. Dienstag im Monat, jeweils von 17.30 – 19.00 Uhr im Eulalia Eigensinn e.V., Lutherstr.13, 13585 Berlin.